Nein, wir stellen nicht die beliebte Zeichentrick-Serie vor: Aber so körperlich agil wie sich Kater und Maus aufführen, so flexibel ist die von Konstantin Grcic entworfene Tisch & Stuhl-Kombination für den italienischen Hersteller Magis allemal… (weiterlesen…)
Mit ‘Esszimmer’ getaggte Artikel
Servierwagen – ein unterschätztes Möbelstück
Dienstag, 23. August 2011Der Servierwagen ist ein häufig belächeltes Möbelstück: Die einen fragen nach, ob nicht auch ein Tablett reichen würde, die anderen tun es großspurig als Senioren-Hilfe ab. Aber war das nicht vor einigen Jahren mit den Hinter-sich-her-rollenden Koffern ebenso? Und heute wird man belächelt, wenn man einen schweren Koffer versucht zu tragen. Hauen wir ein wenig auf die Werbetrommel, damit der Servierwagen ein besseres »Image« im Heim bekommt: (weiterlesen…)
Unkompliziert flexibel leben mit Driade
Sonntag, 19. Juni 2011Das könnte das neue Motto des italienischen Möbelherstellers Driade sein. Denn viele seiner Möbel- und Leuchten-Entwürfe lassen sich nicht nur einem fest definierten Einsatzort zuschreiben, sondern sind flexibel und unkompliziert an vielen Orten im Haus und Garten einsetzbar wie die neue Zelight Leuchte.
Grund für diese Einsatzfreudigkeit ist das äußerst robuste Material der Möbel: Kunststoff. Resistent gegen Verwitterung, kratz- und bruchfest, leicht und stabil, ist selbst die Herstellung der Möbel und Leuchten aus Kunststoff nun umweltfreundlich, der Kunststoff stets recyclefähig. (weiterlesen…)
Plywood Group – Charles Eames erstes Möbeldesign
Dienstag, 10. Mai 2011
Im Frühjahr 1930, während der Depression, geht Charles Eames nach seinem zweiten Collegejahr von der Washington University in St. Louis ab und will als freier Architekt Geld verdienen. Als die Kunden ausbleiben, reist er nach Mexiko und verlebt fünf Jahre dort, bis er 1940 ein Angebot des damaligen Dekans der progressiven Cranbook Academy of Michegan, Eliel Saarinen, annimmt, dort studiengebührenfrei und zwanglos Kunst und Architektur zu studieren. Es ist der Beginn fruchtbarer Freundschaften: Nicht nur dass Charles Eames sich mit dem Sohn des Dekans, Eero Saarinen, gut versteht, auch seine spätere Frau, Ray Kaiser, eine junge Malerin und Bildhauerin, trifft er an diesem College. Das Trio diskutiert, experimentiert freudig und legt bei dem vom New Yorker Museum of Modern Art veranstalteten Wettbewerb im Bereich »organische Möbel« eine Reihe von höchst originellen und innovativen Sperrholzmöbeln vor. Der spielend leichte Gewinn lässt ein Angebot von Metro-Goldwyn-Mayer (MGM) folgen, Geld in der Kriegszeit als Szenenbildner zu verdienen und so heiratet Charles Eames seine Ray, zieht mit ihr nach Venice, Los Angelos, und beide experimentieren weiter in den Abendstunden an den innovativen Sperrholzformtechniken. Sperrholz, schnellbindendes Harnstoff-Formaldehydharz

(gesund war das bestimmt nicht!) und Hitze waren die Komponenten eines neuen »Plastikholzes«, das die Aufmerksamkeit anderer Ingenieure auf sich zieht. Während diese meist auf »Onkel Sams« Kosten Kriegsspielzeug entwerfen, ausprobieren und herstellen, machen sich Ray & Charles Eames einen Namen mit Schienen und Tragen aus ihrem »Plastikholz« für verwundete Soldaten.
Als der Krieg endet und ein neuer Wettbewerb des New Yorker Museum of Modern Art 1946 ansteht, beteiligen sich Ray & Charles Eames mit ihren innovativ geformten »Plywood Group« Möbeln. Das Novum ihrer außergewöhnlichen Formen war, die Möbel dem menschlichen Körper anzupassen (statt wie gewöhnlich umgekehrt). Das auf neue Sachen geradezu versessene Publikum verliebt sich sofort in diese geschwungenen Formen, den seidigen Glanz der natürlichen Holzfläche und jubelt über dieses neue Design, dass das elegante Aussehen dänischer Möbel mit einem robust amerikanischen Profil verquickt.

Größenvergleich des Lounge Chair (LCW) in Rot zum Dining Chair (DCW) in Natur von Vitra: 10 cm Unterschied der Sitzhöhe der zwei »Plywood Group« Vitra-Stühle.
Angezogen vom Erfolg der Ausstellung vergibt der Entwurfsdirektor der Herman Miller Furniture Company, George Nelson, einen großen Auftrag an Ray & Charles Eames zur Vorbereitung der Serienproduktion dieser »Plywood Group« Möbel. Es ist der Anfang einer langen Liason, deren erstes fruchtbare Ergebnis der Verkaufsschlager »Plywood Group« war. Kein modernes Haus der 50er Jahre kam ohne einen Stuhl dieser Möbel-Serie aus – ob Dining oder Lounge Chair. Der Schweizer Hersteller Vitra bietet die »Plywood Group« Möbel-Serie mit verschiedenen Gestellen an:
Der Lounge Chair von Vitra bezaubert als niedriger Sessel mit einer Sitzhöhe von 30 cm als treuer Kompagnon neben dem komfortablen Sofa oder für gesellige Spiel-Runden am runden Tisch: Vitra bietet den Lounge Chair mit hölzernem Gestell (»wooden base«), den sogenannten LCW, und mit einem filigranen Metallgestell (»metal base«), den Lounge Chair LCM, an:
Passend zu den LCM Stühlen entwirft Ray & Charles Eames den CTM – einen »Coffee Table« mit »metal base«. Zeitgleich zu den niedrigen Sessel der »Plywood Group« Möbel-Serie wird das Sessel-Design an die Stuhl-Form angepasst: Die Sitzhöhe wächst von 30 cm auf satte 40 cm. Trotzdem heißt es beim Dining Chair »gerade bei Tisch« sitzen oder einen niedrigen Esstisch wählen, denn typisch im europäischen Raum ist eine Sitzhöhe von mindestens 45 cm:
Die knuffigen Holzstühle DCW (»Dining Chair with wooden base«) von Vitra zeichnen sich nicht nur durch eine höhere Sitzhöhe, sondern auch eine schmalere Sitzbreite aus. Filigraner werden die Holzstühle mit Metallgestell als DCM (»Dining Chair with metal base«) von Vitra:
Die »Plywood Group« Möbel mit ihren verschieden Gestellen wurden von Ray & Charles Eames 1956 im NBC Frühstücksfernsehen – zehn Jahre nach ihrem Debut – vorgestellt:
Alle von Ray & Charles Eames entworfenen »Plywood Group« Möbel von Vitra finden Sie in unserem
Das bezaubernde Poster der Vitra »Plywood Group« Möbel im Mid-Century Design ist im amerikanischen »BlueAntStudio« erhältlich.









