Alexander Girard im Vitra Design Museum

15. März 2016

Wooden Dolls Holzfiguren: Girards Lieblinge in der Neuauflage von Vitra erhältlich

Es sind die simplen Formen, der flächig vereinfachte Farbauftrag, die liebevolle Naivität der Figuren – seine Sammlung weltweiter Volkskunst inspiriert Alexander Girard zu seinen ebenfalls simplifizierten, aber stets farbenfrohen Gestaltungen. Das Vitra Design Museum in Weil am Rhein widmet seinem Lebenswerk eine bis zum 29. Januar 2017 laufende Ausstellung …

Alexander Girard fotografiert in seinem Studio von seinem Designer-Kollegen Charles Eames; Foto: Vitra

Schon in seiner Jugend erlebt Alexander Girard den kulturellen Unterschied zwischen Europa und Nordamerika, studiert Architektur in Rom und London und saugt den Beginn der Moderne – vom Bauhaus in Architektur und Design bis zu DeStijl und Picasso in der Kunst – sozusagen »live« auf. 1932 zieht es ihn nach New York, wo er nach und nach alle später ebenfalls berühmt werdenden Designer kennenlernt. Vor allem mit Eero Saarinen, Ray und Charles Eames verbindet ihn mehr als Freundschaft, schließlich lassen sie sich ihr Design von keinem anderen als Alexander Girard »einkleiden«.

Gesammelte Volkskunst im Hause Girards zur Weihnachtszeit, fotografiert von Charles Eames; Foto: Vitra

Und dieser zieht seine Inspiration seiner farbenfrohen Grafiken und Dessins aus der amerikanischen Volkskunst: Mit einem kleinen, in New York erstanden Figürchen startet eine große Sammelleidenschaft, die er mit seiner Ehefrau Susan teilt. Und so wird aus der Hochzeitsreise nach Mexiko mehr ein Raubzug, schließlich kommen die Zwei mit einem Auto voller Volkskunst für ihr neues Heim zurück. Dass das Bewahren dieser gerne belächelten Kunst den Girards eine Herzenssache war, zeugen die über 100.000 auf Reisen vorwiegend durch Mexiko, Indien und Ägypten gesammelten Artefakte, die heutzutage in einem Museum in Santa Fe, Kalifornien, zu bewundern sind.

Alexander Girard zusammen mit seiner Frau Susan im selbst ausgebauten Haus in Santa Fe, Kalifornien

Aus dem persönlichen Nachlass, den das Vitra Design Museum übernommen hat, plus Leihgaben des Volksmuseums in Santa Fe und Girards Familie inszeniert das Londoner Designstudio Raw Edges, geleitet von Shay Alkalay und Yael Mer eine farbenfrohe Ausstellung ganz im Sinne des Erfinders, schließlich ist Raw Edge auch für das große Interesse an Ornamenten, Mustern und Farben. Zeichnungen und Fotografien, Skizzen und Textilmuster, Accessoires und Möbel sowie auch einige Exponate aus der umfangreichen Sammlung Girads an Volkskunst. Mit einem schlüssigen Duktus in der Ausstellung wird dem Betrachter das großartige, aber leider meist unterschätzte Schaffen Alexander Girard‌s liebevoll näher gebracht.

Die unbedingt sehenswerte Ausstellung läuft bis zum 29. Januar 2017 im

Vitra Design Museum, Weil am Rhein

Kissen und Tischdecken im farbenfrohen Design bei ikarus

Falls Sie nicht die Zeit finden ins Südbadische nahe der Schweizer Grenze zu reisen, empfehlen wir Ihnen doch einen farbenfrohen Überblick über das bei Vitra erhältliche Design von Alexander Girard im

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