Achtung Fälschung – Teil 1: Eames Plastic Armchair

18. Februar 2014

Eames Plastic Armchair im Vergleich: links das Vitra Original, rechts die billige Fälschung

Der Preis lockt – für ein Viertel des Original-Preises vom bekannten »Eames Plastic Armchair« greifen viele zum billigen Plagiat: ikarus prüft in seiner neuen Blog-Serie »Original vs. Fälschung« eingehend die gravierenden Unterschiede zwischen dem Designklassiker und seinem Plagiat!

Eames Plastic Armchair: der Armlehnstuhl von Vitra zeichnet sich durch eine glatte, haptisch angenehm abgerundete Polypropylen-Sitzschale aus!

Der erste, flüchtige Blick verrät nicht den gravierend qualitativen Unterschied: Zu genau hat der unbekannte Hersteller des Plagiat‌s den Original »Eames Plastic Armchair« von Vitra vermessen. Aber schon der zweite Blick verrät, warum das Plagiat wesentlich günstiger feilgeboten wird: Es hapert an allen Ecken und Enden am Material und seiner wirklich miesen Verarbeitung. Während die Sitzschale des Originals mit weichen Rundungen und glatter Fläche in zarter Kräuselung des äußerst strapazierfähigen Polypropylens becirct …

Sitzschale der Fälschung: markantes »Durchschlagen« der Gestell-Aufhängung, kratzempfindlicher Kunststoff

… »schlägt« bei der Fälschung nicht nur die Aufhängung des Gestells auf der Sitzfläche durch. Die gesamte Sitzschale aus kratzempfindlichen ABS Kunststoff ist nicht nur höchstgradig elektrostatisch aufgeladen, sodass Haare und Flusen am Stuhl regelrecht kleben, sondern zeichnet sich durch scharfkantige Entgratung der umlaufenden Wulst der Sitzschale aus. Aufgrund fehlender Verstärkung im ABS Kunststoffmaterial wie Glasfasern zum Beispiel, wirkt die Sitzschale der Fälschung weniger stabil, fast schon schwabbelig.

Unterseite der Armlehnstuhl Fälschung: keine Material- und Hersteller-Kennzeichnung

Das Plagiat verfügt auf der Stuhl-Unterseite über keinerlei Markenkennzeichnung. Neben den vier metallverstärkten Ansatzstellen für die Stuhlbeine fällt der nicht entgratete Ansatzpunkt aus der rotationsgegossenen Herstellung auf – wer hier hängenbleibt reißt sich gnadenlos empfindliche Stoffe auf.

Unterseite vom Original Armlehnstuhl: Der Eames Plastic Armchair wird vollständig montiert von Vitra geliefert!

Der originale »Eames Plastic Armchair« wird im Übrigen stets zusammengebaut von Vitra geliefert, um eventuelle Fehler im Zusammenbau des Armlehnstuhl‌es zu verhindern. Vitra kennzeichnet auf der Unterseite mit einer Vielzahl von Emblemen seinen Armlehnstuhl eindeutig:

Oben eingeprägt Herstellungsdatum und Materialkennzeichnung; unten GS-Siegel und Vitra Aufkleber mit Seriennummer!

Neben dem kreisrund eingeprägtem Herstellungsdatum weist die Materialkennzeichnung »PP« auf Polypropylen der Sitzschale hin. Desweiteren zeigt das GS-Siegel die geprüfte Sicherheit des Armlehnstuhl‌es und der Vitra Aufkleber zur Adresse, Artikelnummer und Sitzschalenfarbe die gestempelte Seriennummer. Jeder bei Vitra in Weil am Rhein produzierte Original »Eames Plastic Armchair« wird somit einzeln gezählt und sein Weg, nicht nur in der Produktion, ist somit nachvollziehbar!

Detailansicht der Markenprägung auf der Unterseite vom Eames Plastic Armchair Armlehnenstuhl

Zur Sitzkante hin befindet sich auf der Unterseite des Armlehnenstuhl‌es die ausführliche Markenprägung »Eames Plastic Armchair«, »Design Charles & Ray Eames« und das »vitra.eames«-Zeichen. Schauen wir uns nun die Stuhlgestelle beider Stühle, links stets das Original von Vitra, rechts die Fälschung, genauer an:

Original Verschraubung am DAW Stuhl - perfekt passend und stets wackelfreiGefälschte Verschraubung: In das zu groß ausgebohrte Loch hat die Schraube nicht nur seitwärts ein zu großes Spiel, sondern lässt sich an allen 4 Beinen unterschiedlich tief einschrauben!

Das Original besitzt stets ein zart gelbliches Ahornholz-Gestell namens »DAW« (Dining Armchair Wood), das mit feingeschliffenen Kanten und sauber gefrästen Aussparungen für die metallene Verschraubung trumpft. Das Plagiat dagegen wird aus günstigerem Buchenholz gefertigt; jedes Loch erfährt nach der Fräsung keinen weiteren Schliff. Zudem sitzen in der hölzernen Aussparung die Schrauben (trotz energisches Festziehen!) mit viel zu viel »Spiel«. Gravierend ist jedoch, dass durch dieses »Spiel« ein Ausschlagen der Löcher im Laufe der Zeit kaum verhindert werden kann.

Sowohl das originale DAW Ahornholzgestell als auch das gefälschte Buchenholzgestell sind mit einem Metallkern verstärkt.Im originalen DAW Gestell ist jedoch ein längerer Metallkern weit über die Verschraubungspunkte eingefräst, um ein Spreizen des Gestells erfolgreich zu verhindern.

Um ein Spreizen des Gestells erfolgreich von Anfang an zu verhindern, wird das Ahornholz am originalen DAW-Gestell fein säuberlich aufgefräst und innwändig mit einem Metallkern verstärkt, in dem die Verschraubungen punktgenau sitzen. Zwar weist der gefälschte Stuhl ebenfalls einen Metallkern auf, der jedoch wesentlich kürzer und somit zu viele Freiheitsgrade an den Verschraubungspunkten der Holzbeine zulässt.

Original DAW Gestell mit sauberer Verarbeitung des Ahornholzes und der MetallverstrebungenFälschung nicht nur mit unsauberer Verarbeitung des Buchenholzes, sondern auch viel Spiel in der Schraubverbindung!

Während die qualitativ hochwertige Verarbeitung des Vitra Originals mit exakt abgestimmten Verbindungen der Metallverstrebung aufwartet, zeigt das Plagiat an allen Ecken und Enden zu viel »Spiel«: Die Schrauben können nur unterschiedlich tief eingeschraubt werden – hier stehen sie ab, dort versinken sie. So sehr wir auch versuchen die Metallverstrebungen gleichmäßig an das Plagiat anzubringen, unser Latein versagt, dieses Gestell passend zu machen: Es ist immer verzogen!

Original Stuhlbein mit fein abgeschliffener Holzkante aus Ahorn und schwarzem KunststoffgleiterGefälschtes Stuhlbein mit faserig abgesägtem Buchenholz und weißem Kunststoffgleiter

Zu guter Letzt schauen wir uns noch die Füße an: Der originale »Eames Plastic Armchair« zeichnet sich durch ein feingeschliffenes Ahornholz-Bein aus, das in dieser Version mit einem schwarzen Kunststoffgleiter für Teppichböden versehen ist. Vitra offeriert neben dem Kunststoffgleiter stets eine Stuhl-Version mit Filzgleitern, falls der Armlehnstuhl auf glatten Hartböden wie Parkett, Laminat, Fliesen oder Steinböden steht. Dagegen offenbart das Plagiat seine schlechte Verarbeitung auch am »unteren Ende«: Einfach abgesägt wird nicht immer mittig ein weißer Kunststoffgleiter aufgeschraubt.

Kurz gesagt, der optische erste Blick trügt, denn die schlechte Verarbeitung der Fälschung erkennt jeder beim ersten Hinsetzen: Das Plagiat vollführt eine Grätsche, je schwerer der Sitzende, um so mehr »wandern« die Stuhlbeine auseinander. Dieses »Spiel« des Gestells setzt gravierend die Haltbarkeit herunter, d.h. das Plagiat wird eher früher als später einen Ermüdungsbruch erleiden. Wer nachhaltig einkaufen und langfristig mit seinem Stuhl wackelfrei am Tisch sitzen möchte, dem empfehlen wir das Original der von Ray & Charles Eames lizensierten Schweizer Marke Vitra, das wir in vielen Varianten offerieren in unserem

ikarus...design shop

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40 Antworten zu “Achtung Fälschung – Teil 1: Eames Plastic Armchair”

  1. W. Linder sagt:

    Sehr geehrte Damen und Herren,
    es ist zu begrüßen, dass Sie (wahrscheinlich mit Unterstützung von VITRA) sich der Original/Fälschung Frage annehmen. Allerdings scheint mir Ihr Artikel sehr extrem auszufallen. Selbst wenn die von Ihnen dargestellten Unterschiede in der Verarbeitung symptomatisch sein sollten, was ich jedenfalls bisher bei meinen Käufen nicht bestätigen konnte, ist doch der hohe Preis von VITRA in keiner Weise mit den Herstellungskosten zu begründen. VITRA betreibt eine elitäre Hochpreispolitik. Ein Kunde mit durchschnittlichem Einkommen wird sich die Eames-Original kaum leisten können. Deshalb besteht ja ein florierender Gebrauchtmarkt bei ebay und die Vielzahl von Anbietern von Kopien erfreuen sich einer zunehmenden Kundschaft.
    Mit freundlichem Gruß
    W. Linder
    Hamburg

  2. Maria Vera sagt:

    Jeder kann produzieren, was er/sie will.
    ABER wenn es eine ist, dann sollte das d’raufstehen.
    Es sollte ein internationale >Stempel> verpflichtend sein wie z.B.:
    oder so etwas aehnliches.

  3. Jens Detka sagt:

    Wenn auch der Urgedanke des Bauhauses, durch Massenproduktion gutes Design für viele erschwinglich zu machen sich nicht durch gesetzt hat, ist es doch gut und legitim, das Erbe durch perfekte Umsetzung des Originals zu bewahren! Es kann aber auch nicht jeder einen 911er fahren! Und so braucht es eben ein gewisses Budget um das Original zu besitzen. Wenn ich darüber nicht verfüge muss ich eben zum Plagiat greifen und mit dieser Qualität dann auch leben!
    Allerdings sollte das Plagiat auch als solches gekennzeichnet sein!
    Der meiste Sperrmüll steht da wo das wenigste Geld ist.

  4. Ingrid Koling sagt:

    Ich finde Ihre Gegenüberstellungen sehr klar und deutlich erklärt und gezeigt. Für mich wichtig und beim Einkauf entscheidend . Eine gute Idee! H.G.I. Koling

  5. Jasper Volbracht sagt:

    Im Grunde ein guter Artikel, jedoch ist Text leider völlig überzogen, immerhin helfen die Fotos etwaige ungekennzeichnete zu Plagiate entlarven. Und auf dies hätte der Artikel auch stärker ausgerichtet sein sollen, stattdessen wird das eigene Produkt über den grünen Klee gelobt, der (zu) hohe Preis klein geredet, aber vor allem die Nachbauten erheblich schlechter gemacht als sie sind.

    Diese Stühle waren schon immer ein Traum und so habe ich lange versucht “günstig” an gebrauchte Originale zu kommen, was mir aufgrund der hohen Nachfrage nicht gelang. Als Student, mit einem doch arg begrenzten Budget, habe ich letztlich nach langem hin und her aus England vier Nachbauten bestellt. Die anfängliche Skepsis wich allerdings schnell Begeisterung. Die Verarbeitung ist mit Sicherheit schlechter als die des Originals, gar keine Frage, aber in Anbetracht eines Preises von 40-50€ von schlechter Verarbeitung zu sprechen ist schon nahezu unverschämt. Die Nachbauten sind zwar in jedem Detail schlechter als das Original, allerdings steht bei keinem meiner vier Stühle eine Schraube ab, noch macht einer die Grätsche, selbst meine gewichtigeren Gäste jenseits der 140kg saßen sicher und bequem.

    Klar hätte ich gerne die Originalen, doch bin ich mit den Nachbauten sehr zufrieden. Man bekommt was man bezahlt, das steht fest, aber letztlich bekommt man eine schlechtere Qualität mit einem erheblich besseren Preis/Leistungsverhältnis.

  6. Andreas sagt:

    Schaut man sich die gebrauchten Angebote bei den gängigen Handelsplattformen an, sieht man das auch das Original nach rel. kurzer Zeit oftmals auch erhebliche qualitative Schwächen ausweist. Ersatzteile sind, wenn überhaupt erhältlich, nur zu extremen Kosten zu erhalten. Weder die Qualität noch der Materialeinsatz rechtfertigen die von Vitra aufgerufenen Preise.

    Es ist in der Tat kein Möbel für´s Leben. Ehr für eine bestimmte Zeit, wie z.B. die Studentenbude, die erste Singlewohnung etc. Diesen Anspruch erfüllt das Plagiat deutlich besser. Wenn das nach 4-5 Jahren unansehnlich ist, tut die Entsorgung nicht so weh.

  7. Simon sagt:

    Als Produktmanager eines Markenunternehmens in einer anderen Branche kann ich allen sagen, dass sie irren, wenn sie meinen der Plastic-Chair von Vitra wäre überteuert. Eine Marke schlägt sich im Preis mit einem Unterschied von maximal 10 % nieder. Das meiste, was den Unterschied ausmacht, sind Materialien, Verarbeitung und das Ausnützen sozial prekärer Situationen von Menschen in sog. Low Labor Cost Countries. (Wobei letzteres die grösste Sauerei ist.)

    Seit dem ich mit eigenen Augen gesehen habe, wie ein chinesischer Arbeiter mit blossen Händen einen ganzen Nachmittag lang Metallteile aus einem Galvanikbad gezogen hat, hat sich mein Bewusstsein darüber, was einem ein gutes Produkt wert sein sollte, vollständig gewandelt.
    Natürlich gibt es jede Menge Top-Marken, die sich auch darüber keinen Kopf machen. Vitra gehört aber definitiv nicht dazu. Es lohnt sich hinter die Kulissen zu schauen – nicht nur bei Material und Verarbeitung – und die € 30,–, die von dem Stuhl an die Marke Vitra gehen sind in meinen Augen gut angelegt, weil sie u.a. auch für saubere Produkte steht.

  8. Johannes sagt:

    Sicherlich kann dieser Vergleich nur exemplarisch sein, allerdings muss ich dem O-Ton an sich zustimmen. Wir schicken gerade zwei Eames DAR Plagiate an den Versender zurück, da die Qualität nicht ansatzweise unserer Erwartung entspricht… Wir hatten zwei hellgraue Stühle mit poliertem Stahlgestell bestellt und pro Stuhl knapp über 100,- (1/3 des Originalpreises) bezahlt. Leider haben die Schalen unterschiedliche Grautöne, die Gestelle sind nicht identisch von der Positionierung der Streben und auch die Höhe der ist leicht unterschiedlich. Der Sitzwinkel ist leicht unterschiedlich, die Stühle kippeln und beim Hinsetzen/Aufstehen verbiegt sich die Sitzschale bedenklich.

    320,- für das Original sind teuer und erscheinen mir auch etwas überzogen aber ~100,- für die Qualität des Plagiats sind quasi schon unverschämt. Wir werden jetzt die Originale von Vitra kaufen – wenn auch in Etappen.

  9. […] der bekannten Wagenfeld Tischleuchte in ihrer Glasversion WG24. Neben der schon im ersten Teil »Eames Armchair« untersuchten Material- und Originaltreue steht hier jedoch ein gravierender Konstruktionsfehler […]

  10. Susanne G. sagt:

    Unser Original Eames Plastic Armchair mit Holzbeinen krachte nach einigen Wochen- Bürogebrauch- nur in der Mittagspause benutzt, in den Beinen ein.

    Soviel zur Qualität.

  11. Maren Tuenker sagt:

    Liebe Frau Susanne G., ich möchte Ihnen nicht zu nahe treten, aber ein Original Eames Chair von Vitra hat in den Holzbeinen eine Metallverstärkung, die eben solch ein Verhalten erfolgreich verhindert. Sie werden wohl einem Plagiat aufgesessen sein …
    Viele Grüße Maren Tünker

  12. Thorsten sagt:

    Habe mir gerade die Kommentare durchgelesen. Muss leider feststellen, dass heute immer weniger Menschen bereit sind für Qualität zu bezahlen. Die Originale von Vitra sind natürlich teurer, da Qualität auch seinen Preis hat. Die Stühle gibt es seit 60 Jahren und sind absolute Klassiker. Wieviele Stühle schaffen eine solch lange Zeit am Markt und können behaupten eine Design Ikone zu sein. Rechnet man den Preis auf die lange Lebensdauer um, so relativiert sich vieles….. Plagiate sind in den Herstellungskosten wesentlich günstiger als viele glauben. Die Margen der Hersteller also ähnlich.
    Lieber einmal kaufen und dann richtig als mehrmals falsch!

    Qualität wird sich immer durchsetzen!

  13. Jens Kauder sagt:

    Die Originale sind aus Fieberglas und von Herman Miller!

  14. Maren Tuenker sagt:

    Nun, Herr Kauder, Sie haben recht, dass der Eames Chair in den 60er und 70er Jahren aus in Kunststoff getränkter Glasfaser hergestellt wurden. Erstens ist diese Herstellung gesundheitsgefährdend (vgl. Asbest-Problematik), zweitens ist nicht jede Kunststoff-Mischung so stabil: Während bei einem Eames Chair Schäden an der Sitzschale seltener auftreten, ist der Bruch an der Rückenlehne beim Panton Chair in vielen Kunststoffmischung fast unvermeidlich (wie viele ältere Exemplare es zeigen). Aus beiden Gründen hat sich Vitra einvernehmlich mit den Erben geeinigt, die Sitzschalen vom Eames Chair aus Polypropylen herzustellen.
    Im Übrigen ist Vitra der europäische Lizenznehmer und Herman Miller der amerikanische Lizenznehmer – beides sind Originale!!!

  15. M.Kaufmann sagt:

    Es ist mir unverständlich wie man Plagiate kaufen kann.
    Hauptsache günstig und ohne Gewissen! Die Industrie der Fälscher und Kinderarbeit sagt “Danke(!)”. Nur noch peinlich sind die Kommentare deren die das auch noch öffentlich unterstützen.
    Hier eine gelungene Kampagne gegen Plagiate:
    http://www.harpersbazaar.de/short/behind-scenes/alles-nur-geklaut-11652.html

  16. D.Poerschke sagt:

    Ich habe bereits auf Originalen und Fälschungen Platz nehmen dürfen. Klar, es gibt qualitative Unterschiede. Die Fälschung erfüllt ihren Zweck, das Original bleibt unerreicht. Für viele auch unerreichbar teuer. Was ursprünglich für eine kostengünstige, industrielle Fertigung entworfen wurde ist heute also eine Design-Ikone in der gehobenen Preisklasse. Vielleicht wäre es anders gekommen wenn ein schwedischer Möbelhersteller sich dieser Sache angenommen hätte. Aber auch nur vielleicht. Die Nachfrage nach den viel günstigeren Plagiaten ist auf jeden Fall groß. Wer danach sucht wird schnell fündig. Sicherlich, einige werden dabei nur vermuten können unter welch schlechten Arbeitsbedingungen diese Produkte oftmals gefertigt werden. Aber diese Überlegung scheint für viele das geringere Übel zu sein. Schließlich findet man beim beliebten Smartphone ja auch den Hinweiß “Assembled in China”. Mit der Frage welcher Hersteller sich aber nun für faire Arbeitsbedingungen einsetzt und welcher nicht, das geht vielen Verbrauchern dann scheinbar doch zu weit. Wohl auch weil keiner weiß wem man dabei wirklich vertrauen kann. Das gilt genauso für die Qualität. Woher soll der Kunde wissen ob das gekaufte Produkt auch wirklich sein Geld wert ist? Ist teurer sofort auch besser? Manchmal ja, manchmal nein. Aber wer weiß das schon so genau. Wer meint einen genauen Überblick zu haben lügt. Was bleibt ist die Unsicherheit. Also schreit die Masse der Bevölkerung munter weiter “Billiger, billiger!” – die Schwellenländer liefern. Und daran wird sich in Zukunft so schnell nichts ändern, weder durch Aufklärungsversuche noch durch ein paar aufrichtige Hersteller.

  17. S.Falk sagt:

    Hallo,ich hätte mir gern die Orginale Stühle gekauft,der Preis war nicht das Thema!ABER die Sitzhöhe!!!Die ist zu niedrig und nicht mehr zeitgemäß,die Nachbauten sind 4cm höher (Sitzhöhe)Ich bin mit meinen Nachbauten sehr zufrieden!Kauf auf Rechnung und 5Jahre Garantie.Kann die Nachbauten nur empfehlen!Ps bei Porsche hab ich natürlich das Orginal 993.

  18. M. Schneider sagt:

    Das peinliche an den Vitra-“Originalen” ist, dass man auf der Sitzfläche ebenfalls Abzeichnungen der Aufhängung für das Gestell sieht, wenn auch nicht in der Ausprägung wie bei dem Plagiat. Trotzdem stören sie den optischen Gesamteindruck des Stuhls erheblich.

    Die Ursache ist entweder ein Konstruktionsfehler im Bereich der Schraubdome (Materialanhäufung und damit größeres Schwindungspotenzial im Vergleich zum Rest der Sitzschale) oder eine nicht optimale Einstellung der Spritzgussmaschine bzw. ein nicht optimal gewählter Werkstoff (es gibt etliche Polypropylentypen mit unterschiedlichen Eigenschaften).

    Der “About a Chair” von Hay hat übrigens eine Sitzschale, die frei von solchen Fertigungsfehlern ist…

  19. R. Vernier sagt:

    Was hier beschrieben wird reicht von einer überzogenen Darstellung bis hin zu absolut hanebüchenem (Glasfieber enthält Asbest, soso).
    Ausserdem werden hier zwei Dinge in einen Topf geworfen: Qualität auf der einen Seite und Original und Fälschung/Plagiat auf der anderen. Wie von Vorkommentatoren gesagt die Originale sind Glasfieber/Duroplast Sitzschalen die schon lange nicht mehr hergestelt werden. Sie verkaufen nach einer deutschen Lizenz – ich meine um ehrlich zu sein sollten Sie das auch so nennen. Andere Länder haben ein anderes Urheberrecht und Hersteller müssen hier nicht Gebühren an die Erben bezahlen. Das ein Urheberrecht notwendig ist um Künstlern ein Einkommen zu ermöglichen ist unbestritten.Aber ein überzogenes Urheberrect schadet einer Gesellschaft – zum Nutzen einiger weniger Erben. Da muss man nicht rummoralisieren gegenüber denen, die sich für das Plagiat entscheiden.
    Reicht es nicht, dass vitra eine gute Qualität fertigt – und wer die haben will bezahlt sie eben?

  20. Brigitte Hillemacher sagt:

    Ich habe vor einem Jahr 6 Plagiate aus England erworben. Ich habe 7 Monate auf die Lieferung gewartet und erfahren, dass die Sitzschalen in China hergestellt wurden. Da ich in Vorkasse treten musste, blieb mit nichts anderes übrig, als zu warten und per Email unbequem zu sein. Die Enttäuschung war groß. Die Schrauben lösten sich immer wieder, so dass ein Schraubenzieher immer in der Nähe sein musste. Nach einem Jahr sind bei zwei Stühlen die Stuhlbeinhalterungen unter der Sitzschale zerbrochen. Fazit ist, dass ich teuren Schrott erworben habe.

  21. Phil R sagt:

    Zitat von Frau M. Tuenker “Nun, Herr Kauder, Sie haben recht, dass der Eames Chair in den 60er und 70er Jahren aus in Kunststoff getränkter Glasfaser hergestellt wurden. Erstens ist diese Herstellung gesundheitsgefährdend (vgl. Asbest-Problematik), zweitens ist nicht jede Kunststoff-Mischung so stabil: Während bei einem Eames Chair Schäden an der Sitzschale seltener auftreten, ist der Bruch an der Rückenlehne beim Panton Chair in vielen Kunststoffmischung fast unvermeidlich (wie viele ältere Exemplare es zeigen). Aus beiden Gründen hat sich Vitra einvernehmlich mit den Erben geeinigt, die Sitzschalen vom Eames Chair aus Polypropylen herzustellen.” Zitatende

    Halt Stop! Alles Blödsinn und Falsch! Nicht glauben!
    Glasfaser (GFK) hat absolut nichts mit Asbest zu tun! Es wird nach wie vor besonders im Boots & Flugzeugbau verwendet.
    Es ist einfach nur kaum zu recyclen und aufwendiger zu verarbeiten! Es ist auch etwas umweltfreundlicher mit recyclebaren Polypropylen- Druckguss zu arbeiten. Hermann Miller baut mitlerweile aber auch wieder eine Glasfaser version!
    Ich besitze die Glasfaser versionen und nach 30 Jahren sind die Dinger noch wie neu! Gut gepflegt werden die auch noch weitere Generationen halten!
    Der Pantonchair war nie aus Glasfaser sondern aus Luran, spätere aus Polyurethan & Polystrol, seit 1999 aus Polypropylen.
    Danke!

  22. gaspardgroening sagt:

    vielen dank für die darstellung. dies ist sehr interessant.

    vitra lässt viele seiner produkte inzwischen auch in niedriglohnländern wie polen herstellen. die hang it all kommt z.b. aus polen.

    und lassen wir uns hier nicht täuschen: auch die vitra-produkte sind nachbauten. hier wurden nur rechte erworben. der stuhl ist somit nie ein original, auch wenn vitra draufsteht. eames hatte den anspruch bezahlbares desgin für die masse zu produzieren. wie der vw-käfer damals.

    die qualität von vitra ist gut, aber leider auch extrem überteuert. der lounge chair für ab 4.000 eur leider ein ferner traum.

    wer so einen klassiker haben willl muss doch wohl oder übel auf einen nachbau aus einem anderen land und von einem anderen hersteller zurückgreifen. die eames-klassiker werden doch so gerne nachgebaut, weil in der herstellung nicht sonderlich teuer, aber im verkauf extrem lohnend. wenn vitra hier die preise nach unten anpassen würde, dann würden auch nach und nach die billig-plagiate verschwinden.

    einige der billig kunststoff-nachbauten stehen in verschiedenen hamburger arztpraxen. und sie sehen zwar wirklich entfernt aus wie das original, sind aber meist erschreckend dünn in der qualität.

    bitte auch mal einen beitrag über die lounge chairs und wo die mängel der nachbauten dort zu finden sind. die chairs werden massenhaft auf ebay angeboten, auch zu recht hohen preisen, aber woran erkenne ich das orignal dort. vielen dank!

    gruß aus hamburg

    gaspard groening

  23. Adrian F. sagt:

    Erstmal ohne auf die Qualität einzugehen: Tatsächlich handelt es sich bei den billigen Eames-Varianten nicht um Plagiate der Vitra-Eames, sondern einfach um Versionen von anderen Herstellern. Die meisten kommen aus Großbritannien, dort ist es nämlich so, dass nach 25 Jahren das Urheberrecht von Produkten erlischt (bei uns erst nach 70 Jahren), und dann kann praktisch jeder diese Produkte herstellen, solange er eben angibt, von wem das Produkt stammt. Deswegen heißen die ganzes Stühle auch Eames DSW etc. und nicht irgendwie anders. Vitra war eben davor neben Herman Miller die einzige Firma, die die Eames-Stühle in Lizenz herstellen durfte. Wären es Vitra-Plagiate würde ja auch Vitra draufstehen, und dem ist nicht so. Bisschen besser recherchieren.

    Zur Qualität: Sicherlich sind die Vitra-Stühle besser verarbeitet. Aber wie schon erwähnt, diese Abzeichnungen von der Aufhängung haben sie z.B. auch. Und Holz kann immer brechen. Vitra musste/muss sicherlich krasse Lizenzgebühren abdrücken, was sich wahrscheinlich eher im Preis niederschlägt als die hochwertigen Materialien. Man muss auch immer überlegen, wer denn was davon hat, wenn man bei Vitra kauft. Die Designer? Bei jungen, aktuellen ja, aber das Ehepaar Eames lebt schon lange nicht mehr. Und bei ihrem Entwurf ging es damals darum “Low Cost Furniture“ zu entwerfen (war ein Wettbewerb des MoMA). Sollte es daher nicht fast in ihrem Interesse sein, die günstige Variante zu kaufen?

  24. Pati sagt:

    Also ich muss sagen wir haben die Fälschungen gekauft da wir 6stück brauchten haben die jetzt fast 2 Jahre im Einsatz und die sind immer noch schwer ok!!
    1 Mal musste ich die Schrauben nachziehen das war es!
    Stehen noch da wie am ersten Tag!
    Bei Haushalts nützung!!!!

  25. HinundHer sagt:

    Ich bin mir nicht sicher ob es für einen solchen vergleich sinnvoll ist immer direkt die Billigste Reproduktion zu Kaufen und die dann mit einer Absolut einwandfreien von Vitra zu vergleichen.
    Auch bei mir ist schon mal ein Bein eines original Vita DSW Chairs gebrochen, sind Sie deswegen direkt Schlecht? NEIN!
    Aber auch bei den Reproduktionen gibt es Meilenweite Unterscheide und genauso Faule Äpfel wie bei den Originalen. Ich denke ein vergleich lohnt und das Internet ist ja heutzutage voll von Bewertungs – und Vergleichs Plattformen.

  26. Ich liebe Stühle sagt:

    Wie kann man bei älteren Modelen die Sitzschalenfarbe herausbekommen?
    Meine Stühle sind weiß, aber welcher Farbton weiß ist es genau.
    Auf dem Vitra Etikett ist keine Sitzschalenfarbe als Ziffer angegeben.

  27. Ina sagt:

    bei Ikea steht eine Couch die wie Ligne Roset aussieht, bei Tamaris kann man Taschen kaufen die wie Bottega Veneta aussehen, in jedem Schuhladen stehen Chucks die wie Converse aussehen usw. usw. ich denke, jeder Kunde muß für sich entscheiden ob ihm das Etikett wichtg ist oder nicht. Ich habe vor kurzem erfahren mit welchen Mitteln Vitra die KOnkurenz bekämpft, sie wurde von Vitra auf mehrere Hundert Tausend Euro verklagt. Das ist wirklich traurig dass die Stühle nicht mit der Qualität die Kunden überzeugen sondern mit Sätzen wie – Sie kaufen ein Plagiat, passen Sie auf ! Ich habe bewust 6 Stühle gekauft und die sind wirklich toll !! Wir werden ständig irre geführt, erfahren nach Jahren dass Adidas in China produziert, trotzdem kosten die Schuhe genau so viel, also ich werde aus Prinzip keine Markenartikel kaufen weil es meistens ein Betrug ist, lieber junge Designer unterstützen, die produzieren alles in kleinen Werkstätten und schaffen noch Arbeitzplätze und in China produziert die Welt, die großen Konzerne haben allen den Weg gezeigt sind nur sauer dass andere gefolgt sind.

  28. Rüdfred sagt:

    Achtung Klugscheißeralarm: seit wann bekommt Glas Fieber?
    englisch fiberglass = Glasfaser alias Fiberglass
    In dieser Preisklasse setze ich nicht nur Originalität voraus, sondern auch Kenntnisse der Rechtschlechtschreibung ;-)
    Liebe Grüße aus HH

  29. Firewall sagt:

    …und wenn man etwas sucht, kann man die Stühle auch noch aus Fiberglas, also dem Ur-Material bekommen. Allerdings tatsächlich nicht von Vitra, aber angeblich “Made in europe” und auch zu einem annehmbaren Preis.
    Ich finde Nachhaltigkeit und faire Herstellungsprozesse wichtig, vertretbare und faire Preise aber ebenso. Daher muss es nicht nachteilig sein wenn auch für dieses Produkt mehrere Anbieter konkurrieren.

  30. Thomas sagt:

    Hi!

    Ganz toller Blog! großartig!
    Bei einem Original-Vitra-Stuhl sollte man auch die Garantie bedenken. Wenn wirklich etwas kaputtgehen sollte, bitte direkt beim Vitrahändler (CI-Verband)anmarkeln. Austausch ist innerhalb eines Zeitraumes kostenfrei. Zudem sind Ersatzteile vorhanden und erhältlich!
    Bemerkung: Bitte die Schrauben am Gestell (DSW spricht Holzgestell)nur handfest anziehen(7nm), sonst platzt und reißt das Holz.
    Es gab zudem ein Fall, dass ein Auktionshaus 700 gefälschte Stühle wieder zurücknehmen musste.
    Das er Kunststoff aus Fernost kann krebsfördernd sein.
    Viele Grüße
    Thomas

  31. Lennart sagt:

    Hallo,

    es kann einem aber auch ganz anders gehen mit diesen ach so tollen Originalen! Nicht den billigen Fälschungen sondern den teuren originalen von Vitra. Ich habe vor 5 Jahren 6 dieser in diesem block vorgestellten plastik chairs gekauft. In weiß, mit Metallgestell. Und Original von Vitra! Wegen Qualität, und so.
    Nach 2! Jahren im Esszimmer, durch dessen Fenster komischerweise Sonnenstrahlen eintreten sind sämtliche Sitzschalen mit einem Gelbstich versehen. Ein Anruf beim Händler brachte folgende Antwort von Vitra zu tage: Tja, da kann man nichts machen. Sie können ja neue Schalen kaufen.
    Soviel zu Qualität und Service seitens Vitra. Nicht Service des Händlers sondern Vitra.

  32. Hans Jörg sagt:

    Meine Erfahrung mit 8 weissen Vitra-Stühlen (echt, im Möbelfachgeschäft zum regulären Preis gekauft):
    – Die Plastikschale ist dauernd statisch geladen und wird deshalb auf der Rück-/Unterseite dunkelgrau. Ist nur mit einem Spezialschwamm sauber zu kriegen. Da folgt die Fälschung also durchaus dem Original.
    – An jedem Stuhl ist jeweils ein Bein dort wo das Holz geschlitzt ist gebrochen.
    – Gemäss Fachhändler gibt es keine einzelnen Beine zu kaufen, sondern es ist eine komplette neue Basis fällig. Zu einem Preis der nur leicht unter dem Preis eines kompletten Stuhls liegt!

  33. Fabian sagt:

    Guten Tag.
    Kann mir jemand sagen ob die Basis mit neuer Sitzhöhe auf die alten Sitzschalen passen?
    Grüße

  34. Sebastian sagt:

    So weit ich weiß passen die DSW Bases zu den alten fiberglas modellen. die Narrow Abstände sind 12,3 und 18,5 Mitte Mitte gemessen!
    Die DSW Bases haben weite Befestigungen, man hat noch etwas Spiel nach li und re
    Davon abgesehen würde ich nie einen nachbau oder einen Aktuellen europäischen Vitra Plastik Sessel / Stuhl kaufen. Die alten Schalen sind schöner, reparabel, und gelten schon fast als Antiquitäten.
    Neue Bases gibt es auch von Miller in NL in guter Qualtät, auch in Walnussholz und nicht billig gebeizt. Höhe weiß ich allerdings nicht.
    Billige Bases sind geschweisst, und t.w. verzogen… die guten sind geheftet.

  35. Gottfried Ehrenstein sagt:

    eine seltsame Darstellung! Alleine daß ABS etwa doppelt so teuer ist wie Polypropylen, zudem deutlich fester und steifer und damit andere Gestaltungsmöglichkeiten zulässt, müßte eine Beurteilung vorsichtiger und qualifizierter argumentieren lassen. Das besondere Merkmal von ABS ist die brillante Oberfläche. Polypropylen ist wohl der billigste Werkstoff für solche Spritzgießteile. Aber das alleine ist nicht entscheidend. Bei jedem Kunststofftyp gibt es durchaus unterschiedliche Qualitäten. Zudem sind die Prozessdaten beim Spritzgießen von entscheidender Wirkung. Unterschiede in den mechanischen Eigenschaften lassen sich meistens konstruktiv kompensieren. Nur muß man ein bisschen fachkundig sein.

  36. Gottfried Ehrenstein sagt:

    Nachtrag:

    in der Kunststofftechnik spielen Werkstoff, Konstruktion und Verarbeitung unmittelbar zusammen. Daß auf einem Gebiet inkompetent gearbeitet oder auch gepfuscht
    wurde, macht sich am Endprodukt dann oft deutlich bemerkbar.

  37. mies van preiswert sagt:

    man kann den ‘fälschern’ eigentlich nur gratulieren. setzen sie doch endlich um, was die designer im sinn hatten – funktionales, bezahlbares design für alle.
    die ‘besonders sorgfältige’ verarbeitung von vitra rechtfertigt kaum die preise für deren produkte. wie in den kommentaren zutreffend bemerkt wurde, kann sich das kein normalverdiener leisten. die perversion der idee vom copyright geht auf finstere möchtegernweltbeherrscher zurück. irgendwann entscheidet halt der bedarf über das angebot – da kann man container beschlagnahmen lassen wie man will.

    ..ein eames daw stuhl aus china kostet hier übrigens nur gut 50 euro, nicht etwa ein viertel des originalpreises. bei dem preis kann man einen defekten stuhl ohne probleme wegschmeissen, was völlig aktueller produkt- und konsumkultur entspricht – ‘optik’ vor wertigkeit, gelle. ich habe zwei solche ‘fälschungen’ seit drei jahren und bin damit zufriedener, als mit dem lobbysofa in lederoptik. es sitzen gelegentlich auch leute über 120kg in diesen stühlen und sie halten. da spreizen sich auch keine beine beim hinsetzen und es ist in der sitzschale nichts von durchschlagender aufhängung zu sehen. sind wohl besser geworden, die plagiate.

    “es kann nicht jeder 911er fahren’ ist in dem zusammenhang ein dummer spruch. zutreffend sicher – aber es kann auch nicht jeder VW golf fahren. und wenn der mittelstand mal endgültig zerstört ist, werden sich 911 fahrer überlegen, ob sie ihre state of the art karre noch aus der garage holen.
    ihr habt zugeschaut, als alles handwerk nach china verkauft wurde und vielleicht sogar davon profitiert. jetzt müsst ihr halt mit der kopiermentalität der chinesen leben. und siehe da, es bereichert uns! danke china!

    erhebt sich noch die frage, ob die wiederholt im tv auftretenden designmöbel alle beim ‘original’-hersteller gekauft wurden….

    vitra für die elite, china fürs volk. wollen wir doch mal sehen, wer langfristig mehr umsatz macht, ihr pründeverteidigenden flachzangen.

  38. Dr. Wittwer sagt:

    In Bezug auf die Qualität der Sitzschalen und anderer Teile von Eames und Panton von Vitra: Sie ist sicherlich massiv besser als die der Plagiate aus China oder Italien, aber auch nicht besser als die mancher Möbelketten.

    Ich habe Mitte der 80er 6 Panton Chairs von Vitra gekauft, das Stück für über 400 DM. Seit 1999 ist ein Stuhl nach dem anderen entweder zwischen Lehne und Sitz oder Sitz und Unterteil gebrochen. Es ist nur ein einziger noch übrig. Jedesmal geschah der Bruch ohne vorherige Warnung, irgendwelche Verformungen oder Geräusche. In zwei Fällen kam es zu Verletzungen. Die Reaktion der Mitarbeiterin von Vitra war unverschämt: sie bezweifelte meine Angaben, vor allem die Herkunft der Stühle, und meinte dann einfach, dass die Stühle eben alt seien. Ich konnte seinerzeit nichts unternehmen, da der Händler, bei dem ich gekauft hatte, nicht mehr existierte, und ich im Ausland wohnte.

    Trotzdem habe ich, nachdem nun die Schalen aus Polypropylen hergestellt werden, 8 Panton- und 2 Eames-Stühle gekauft. Natürlich die Vitra-Versionen. Auch wenn ich das Geschäftsgebaren für unmöglich halte und das Qualitäts/Preisverhältnis für nicht untadelig halte. Meine Eames-Schaukelstühle hatten bald nach Lieferung Kufenbrüche. Der Händler reagierte zum Glück schnell.

  39. Endlich habe ich meinen Eames Style Stuhl… – arstexturatest sagt:

    […] mich mit einer Kopie des Eames Chairs anzufreunden. Auf anderen Blogs wie Journelles oder Ikarus könnt ihr euch ausführlich über die pros und cons der Fakes im Vergleich zum Original […]

  40. Eda B. sagt:

    Ich besitze 4 DSRs und zwei DAWs von Vitra und habe für die Stühle ca 1900,- Euro bei einem namhaften Design Möbelhaus bezahlt.
    Fazit:
    – DSR Gestelle kippeln (der Boden ist so eben wie es bei einem Neubau nur möglich ist also ziemlich perfekt)
    – bei allen Stühlen sieht man die Aufhängung der Beine durch
    – die Sitzschalen zerkratzen extrem leicht, ein Stuhl wurde uns bereits kostenfrei ersetzt
    – die Gebrauchsspuren sehen NICHT wie eine schöne Patina, sondern einfach abgegriffen aus
    – die Qualität rechtfertigt den Preis aus meinem bescheidenen Standpunkt nicht

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