Stil-Macher Christina Gotsmich von kommod

31. Januar 2017

Balls Wandhaken und Kommod Sideboard – eine gekonnte Möbel-Kombination für Flur und Schlafzimmer

Natürlich und puristisch – kommod lässt einen zweifelsfrei überdenken, nur nach Skandinavien in Sachen klarer Gestaltung und purer Möbel zu schauen. Vielmehr stauben drei Tatkräftige aus dem Bayrischen Wald eine Familientradition ab, um Neues zu schaffen. Unserem ikarus…design blog steht nun Christina Gotsmich, der kreative Kopf der bayrischen Marke kommod, Rede und Antwort:

Rainer Jungwirth, Christina und Daniel Gotsmisch sind die Gesichter hinter kommod

Welches Design, welcher Gestalter oder Ereignis hat Ihren Werdegang beeinflusst?
Christina Gotsmich: In meiner Familie werden nun bereits in 5. Generation Holz­rundstäbe in Serie gefertigt – früher hatte das »Holzdrahtzieher«-Handwerk in unserer Region, dem Bayerischen Wald, einen sehr hohen Stellenwert. Heute wird die Firma meiner Eltern von meinem Bruder geleitet: Die meisten Holzstäbe werden für Treppen, Fahnen oder in der Lebensmittelindustrie genutzt.
Durch mein Studium der Innenarchitektur wurde natürlich mein Blick für Formen usw. geschärft. So entstand zusammen mit meinem Mann Daniel (Holztechniker und Produktdesigner) und unserem engen Freund Rainer Jungwirth die Idee aus diesen Holz-Rundstäben, welche mich seit meiner Kindheit begleiten, etwas Neues zu gestalten. Außerdem war immer klar, dass wir neben unserer Dienstleistungsfirma, der siimple Gestaltungsagentur, unser »zweites« Ding machen wollen – sozusagen ein Projekt des Herzens – Produkte zu gestalten, ohne auf Wünsche und Sorgen von Auftraggebern und Kunden eingehen zu müssen. So entstand kommod.

Kommod Sideboard in der Seitenansicht – faszinierendes »Fachwerk« der Holzrundstäbe

Wie verläuft der Weg eines Produktes? Von der Idee über den Entwurf und Prototyp bis zur Fertigstellung?
Christina Gotsmich: Die Zeit von der Idee zum Entwurf lässt sich eigentlich nicht genau definieren – meist funktioniert das so »nebenbei«. Ich grüble gern nebenbei beim Autofahren oder »Gassigehen« über diese »Arbeit« … und irgendwann wird der vage Gedanke greifbar. Und dann sind wir meist sehr schnell! Eine Handskizze wird kurzerhand mit unserem Freund und Schreiner diskutiert, der dann meistens meint: »geht nicht so«. Und einen Tag später bringt er uns doch einen Prototyp, den wir dann daheim unter Schwerstbedingungen – zwei Kinder und ein Hund – auf seine Alltags­tauglichkeit prüfen …

Wendra Handtuchhalter oder Kleiderständer als flexibles Möbel für alle Fälle von der Garderobe bis zum Bad

Welches Produkt war Ihr größter Erfolg versus Ihr meist gelungenes Design?
Christina Gotsmich: Ganz klar unsere Leiter Wendra. Ich denke, dass generell unkomplizierte und multifunktionale Möbel augenblicklich sehr hohes Potenzial haben. Mit einem Möbel­stück, welches sowohl als Handtuchhalter im Bad, Garderobe für einen schmalen Flur oder als Ordnungshüter in der Küche funktioniert, treffen wir den Zeitgeist und somit das vorherrschende Lebensgefühl.

Lenah und Minilenah Garderobe – vielseitig vom Kleiderständer für Groß und Klein bis zum WC-Butler im Bad

Wie gewichten Sie Ästhetik, Funktion, Nachhaltigkeit im Design?
Christina Gotsmich: Grundsätzlich steht bei mir die Funktion immer im Zentrum: Alle unserer Produkte müssen funktionieren! Ästhetik ist ja immer vom persönlichen Wahrnehmen und Empfinden abhängig. Wir wollen keine Produkte schaffen, welche eine laute aufdringliche Sprache sprechen.
Intelligente Lösungen für praktische Kleinmöbel – das ist unsere Kernkompetenz. Unsere Ästhetik ist geprägt von einem zeitlos schlichten Charakter. Möbel von kommod sind wunderschöne und praktische Objekte für den täglichen Gebrauch, die wir nachhaltig im Bayerischen Wald, Süddeutschland, entwickeln und produzieren.

Please Konsole als schlanker Tisch oder Nachttisch für Flur oder Schlafzimmer

Gibt es ein design- bzw. einrichtungstechnisches »No-Go« bei Ihnen?
Christina Gotsmich: Gute Frage (*lach) … ich beziehe mich da auf meine eigenen vier Wände: Hier ist es mir sehr wichtig, mich mit »echten« Materialien zu umgeben. Außerdem tue ich mich mit zu viel Farbe sehr schwer … ich glaube, da bin ich traumatisiert aus meiner Zeit bei »Einsatz in 4 Wänden«. Nach dem Studium habe ich für diese Fernsehserie gearbeitet und musste unglaublich viele bunte »Farbfelder« planen, damit für den Zuschauer »sehr viel passiert« und genügend Kontraste für die Kamera vorhanden sind. Deshalb umgebe ich mich jetzt wohl am liebsten mit: Holz, Weiß, Grau, Schwarz und einem Hauch Rosa.

Krims, Krams und Dua Schalen – schönes Massivholz in bester Handwerkskunst

Welche kommenden Herausforderungen sehen Sie im Bereich Design? Wie wird sich das Wohnen in der Zukunft verändern? Fortschreitende Technisierung oder Rückbesinnung auf das Handwerkliche?
Christina Gotsmich: Durch die technischen Fortschritte wird es natürlich immer selbstverständlicher werden, das wir in »Smart Homes« leben oder in bestimmten Teilen die Vorteile verschiedenster Technologien nutzen – alles andere wäre unlogisch. Trotzdem oder genau deshalb wird die Wertschätzung alles Handwerklichen immer weiter steigen. Genau hier sehe ich die Aufgabe der Designer – z. B. traditionelle Herstellungsverfahren mit neuen Materialien zu kombinieren oder auch die Vorteile hochtechnisierter Herstellungsprozesse zu nutzen. Sehr spannendes Design ist so denkbar!

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